Tagebuch Europa-Roadtrip 2014


Bilder sagen mehr als Worte, vor allem wenn man im viel zu kurzen Urlaub gar nicht genügend Zeit hat, die richtigen Worte zu finden. Hier geht's zur Galerie!

 

8.8.2014 - Rückfahrt

 

Von nun an geht’s also wieder nach Hause. Ein schönes Zwischenziel steht noch an, wir wollen Jens in Bayern besuchen. Dort gibt es zum Finale unseres Trips ein freudiges Wiedersehen, Bayerische Brez'n mit Weißwurst und einen absolut gemütlichen Abend.
Für den Freitag steht dann ein Tag auf der A9 mit Ferienverkehr an. Sommerurlaubszeit in Deutschland halt!

 

 

 

06.08.2014 – Globecak & Soca

 

 

 

Heute wandern wir auf den Globecak und fahren dann entlang des beeindruckend blauen Soca Flusses in die gleichnamige Ortschaft.

 

 

 

Slowenien hat ein gut ausgebautes Netz an Touristen-Informationen, gutes Kartenmaterial und tolle Hochglanz-Broschüren. Die Soca-Gegend wird diesen auch wirklich gerecht.
Nur den Anfang der toll beschriebenen Wanderwege zu finden, war heute Morgen nicht ganz einfach. Eine nette Dame mit gutem Englisch hilft. Der Wanderweg beginnt hinter dem Grundstück ihres Onkels, durch das wir alleine nie durchgelaufen wären. Dann liegt vor uns der steile Aufstieg auf den Globecak. Während der Offroad-Track gestern wider Erwarten ganz einfach zu fahren war, ist es heut beim Wandern umgekehrt. Die als „leicht“ eingestufte Wanderung ist zumindest bergauf eine ganz schöne Kletterpartie. Nun ja, andere Länder andere Schwierigkeitsgrade.

 

 

 

In Soca wird uns langsam das Ende unseres Trips bewusst. Nahe der Quelle des Flusses sind wir schon wieder in den Bergen und die Jungs würden gern auf den nächsten Gipfel besteigen. Aber wir stellen fest, dass dafür keine Zeit mehr ist.

 

 

05.08.2014 – über den Schmugglerpass nach Kanal

 

 

 

Volle Campingplätze haben gegenüber dem einsamen, wilden Camping immerhin den Vorteil, dass man Wohl oder Übel anderen Leuten über den Weg läuft. In Kroatien z.B. lernten wir ein nettes österreichisches Paar mit LandCruiser kennen. Der Abend bestand überwiegend aus Traktion, Federung, Radaufhängung, Höherlegung, Seilwinden, usw. aber auch aus einigen schönen Reisetipps. So zum Beispiel dem „Schmugglerpfad“, den wir heute fahren wollen.

 

 

 

Die Wegbeschreibung kommt aus einem europäischen Offroad-Reiseführer. Aber schnell wird klar, dass Offroad-Strecken in Europa nicht dasselbe sind wie in Australien. Der Schmugglerpfad ist eine landschaftlich tolle und wenig befahrene kleine Strecke entlang der italienisch-slowenischen Grenze. Aber nicht mehr als ein Gravel-Track. Allrad ist hier gut fürs gute Gewissen, aber eigentlich nicht notwendig. Trotzdem ist es wie gesagt eine entzückende Stecke. Wir nehmen uns Zeit für eine Tee-Pause und Gelegenheit die Alpenveilchen am Wegesrand zu fotografieren.

 

 

 

Der Schmugglerpfad führt uns nach Kanal. Was als kurzer Fotostopp beginnt wird zu einem meiner Highlights des Trips. Dafür gibt es gar keine außergewöhnlichen Gründe. Es ist einfach nur der erste Ort, an dem wir auf den türkisblauen Soca Fluss treffen. Die kleine alte Stadt ist total charmant und das beste, sie hat einen ganz einfachen, kleinen und kaum fequentierten Campingplatz, auf dem wir einfach kurzentschlossen bleiben.

 

4.8.2014 - Slowenische Küste, Piran

 

 

Der Jäger, der uns Anfang der Woche aus der Sandkuhle zum Picknick-Campspot gelotst hat, meinte, wir sollen unbedingt an die slowenische Küste fahren.

 

Wir bleiben in Piran. Wundervolle Altstadt. Venezianische Gotikbauten treffen auf Fischerort. Michael amüsiert sich, dass der Town Square hier nicht square sondern round ist.
Wir bummeln und verweilen bis spät in die Nacht, denn auf dem runden Marktplatz gibt es ein Konzert. Beschwingte klassische Musik und leidenschaftliche Tangotänzer sorgen für Gänsehautstimmung in dieser einzigartigen Kulisse. Obwohl ein wenig Gänsehaut zugegeben auch davon kommt, dass ich keine Jacke dabei habe und nur ein Seidenkleid trage, weil wir ja eigentlich nur kurz was essen gehen wollten. Ach ja und zwischendurch bin ich im glasklaren Wasser noch der untergehenden Sonne entgegen geschwommen.

 

 

 

 

4.8.2014 - Zagreb & Kroatien

 

 

Kroatien ist ja mittlerweile sehr beliebt, vor allem bei deutschen Touristen. Wo wir nun schon mal in der Nähe sind, schauen wir also auch mal. Zagreb und die nördliche kroatische Küste sind unsere Tagesziele.

 

 

Wir sind mittlerweile quer durch drei Länder gereist, ohne merklich, eine Grenze zu überqueren und ohne einen einzigen Stempel in Michael's Reisepass. Das ändert sich heute. Michael ist ein wenig aufgeregt, als wir endlich die Grenzkontrolle zu Kroatien erreichen. Und am Ende auch ein wenig enttäuscht, dass alles recht unspektakulär abläuft. Dann sind wir also in Kroatien und Nico lenkt uns zielsicher nach Zagreb.
Ich muss zugeben, Zagreb habe ich eigentlich nur aus negativen Schlagzeilen vor einigen Jahr(zehnt?)en in Erinnerung und überhaupt keine Vorstellung. Auf den ersten Blick erscheint die Stadt überaus osteuropäisch, fast russisch. Doch als wir am frühen Sonntagnachmittag durchs Stadtzentrum spazieren, herrscht eine tolle, entspannte Atmosphäre. Die Märkte haben gerade geschlossen und es wird aufgeräumt.Wir kaufen etwas landestypisches zu Knabbern in einer Bäckerei und Nico und Michael essen einen kroatischen Riesen-Burger mit Kohl und Rauchfleisch. Ach ja und Eis, das ist auf diesem Trip mittlerweile obligatorisch für jeden größeren Stopp geworden.

 

 

Nach dem Stadtbummel wollen wir zeitig campen. Noch im Hinterland wo weniger Touristen sind, dachten wir. Wild campen haben wir mittlerweile aufgegeben.
Wir finden auch einen netten Campingplatz, aber dummerweise wird aus einem Schauer ein so kräftiger Regen, dass wir 20 Minuten nach dem Einchecken wieder Auschecken und zur Küste durch rauschen.
Dort ist es wie erwartet sehr voll. Aber mittlerweile auch so spät, dass wir einfach bleiben.

 

 

Da wir nicht allzu viel Zeit und noch ein paar Pläne haben, können wir wirklich nur die nördliche kroatische Küste an der Insel Krk anfahren. Von der bin ich ehrlich gesagt nicht so begeistert. Einstmals hübsche kleine Fischerdörfer wie Bakar werden von Industrieanlagen erdrückt. Containerschiffe sind ein häufigerer Anblick als Fischer- oder Segelboote.

 

 

Dafür ist die Fahrt durch Istrien, zurück Richtung Slowenien um so schöner. Zuerst sind wir begeistert von einer kleinen Altstadt mit Kirche auf einem Berg, halten, machen Fotos. Und bald stellen wir fest, solche Orte gibt es hier auf jedem zweiten Berg. Irgendwann biegen wir zu einem ab, Groznjan Grisignana. Es erinnert mich an Orte wir Gordes in der Provence. Es ist herrlich, durch die uralten Gassen zu spazieren und einen Kaffee auf einer schattigen Terrasse mit Blick über Olivenhaine und grüne Täler zu genießen.

 

3.8.2014 - Slovenien Teil 1

 

 

Für Österreich kann ich mich also weiter nicht so recht begeistern, um so neugieriger bin ich auf Slowenigen. Und anfangs leider enttäuscht, dass auch hier das einfache/wilde campen nicht so einfach ist, wie wir es von Austalien und der Heimreise 2012 gewohnt sind. So langsam verabschiede ich mich also von dieser Idee.

 

Für unsere erste Nacht in Slowenien suchen wir eine ganze Weile rum, bis wir auf einen Berg fahren. Während wir uns einige Serpentinen hochschlängeln, hoffe ich, dass es oben einen netten kleinen Ausguck gibt, an dem wir übernachten können. Als wir ihn erreichen springt uns allerdings förmlich das „Campen verboten“-Schild an. Noch wissen wir nicht, dass wir hier morgen früh aufwachen sollen.

 

Wir halten bei Einbruch der Dunkelheit ein Stück hinter dieser Berkuppe in einer Art Sandkuhle und beschließen genervt, jetzt einfach hier zu bleiben. Wir denken das ist eine ruhige Straße und kaum einer wird hier lang kommen. Als ich gerade anfangen will, Nudelsuppe zu kochen kommt ein Auto, stoppt, setzt zurück, kommt näher. Der örtliche Jäger fragt mit ein paar Brocken Deutsch und etwas Englisch, was wir hier wollen. Alles gut und schön, aber warum wir hier campen wollen, wenn es ein paar Meter weiter runter doch viel hübscher ist?! Wir hätten keinen Campingplatz gefunden und da unten war campen verboten sagen wir … er zückt sein Handy. Ja, da gäbe es kein Camping, aber für ihn schon, sagt er und eskortiert uns zurück. Es ist eine gemütliche kleine Picknick-Stelle kurz hinter dem „Campen verboten“-Schild. Wir plaudern noch etwas mit ihm, woher wir kommen, wohin wir wollen und wohin wir seiner Meinung nach unbedingt sollen. Michael scheint sichtlich erleichtert, nicht irgendwo in einem Land, von dem er noch nie in seinem Leben gehört hat völlig wild und illegal zu campen. Die Nudelsuppe schmeckt gleich doppelt so gut . Am nächsten Morgen, Sonntag früh, stellen wir übrigens fest, dass wir keinesfalls an einer wenig befahrenen Straße übernachtet haben. Plötzlich ist der Berg überlaufen mit Wanderern, die in die Baude einkehren und Kirchengängern, die in die kleine Kapelle gehen. Wir bringen 5Euro in die Baude und bedanken uns, hvala!

 

 

02.08.2014 – Österreich, Steiermark & Graz

 

 

Österreich wird nach wie vor nicht mein Lieblingsland werden.
Graz ist allerdings sehr schön. Nachdem ich anfänglich dachte, dass es einfach nur ein etwas schnörkeligeres Görlitz wäre, war der Spaziergang auf den Schloßberg, der Ausblick von da und die Atmosphäre in der Stadt von Altstadt bis zum abgefahrenen „freundlichen Alien“ (Kunsthaus) doch echt toll.

 

Doch spätestens als es darum geht, ein Camp zu finden, wird es nervig. Der Campingplatz ist für uns alles andere als ansprechend und überfüllt und überall sonst gibt es Verbotsschilder. Irgendwann reicht es Nico und er fragt einen Bauern auf nem Traktor, ob wir für eine Nacht auf seinen Ländereien stehen können. Geht in Ordnung. Dennoch fühlen wir uns irgendwie nicht 100%ig willkommen. Am nächsten Morgen weckt uns ein anderer Bauer. Zwar nicht unfreundlich, aber er meint, der Kollege von gestern hätte sowas gar nicht zu entscheiden. Wir packen und hauen ohne Frühstück ab. Dank weiterer Verbotsschilder können wir das Frühstück auch nur flücktig an einer LKW-Wendeschleife nachholen.

 

 

Last but not least ist sicher noch zu erwähnen, dass die Landschaft und Szenerie in der wir unsere mehr oder weniger geduldete Nacht in der Steiermark verbringen, natürlich sehr beeindruckend ist. Wobei ich den Alpen halt einfach nicht so viel abgewinnen kann wie Nico.

 

1.8.2014 Tschechien von Prag nach Budweis

 

Noch mehr alte Gebäude für Michael, diesmal in Prag. Wir erreichen die goldene Stadt am späten Nachmittag leider ohne eine einzige Krone in der Tasche, die wir für irgendeinen Parkautomaten hätten verwenden können. Schön dumm. Nico gurkt einige Runden durch die Stadt. Wir sehen den Pulvertrum und das wunderschöne Jugendstil Gemeindehaus nebenan, den Wenzelsplatz und das Nationalmuseum und finden das Kaffeehaus, in dem wir 2006 einen regnerischen Novembertag verbracht haben, weil es zu neblig für alles andere gewesen war.
Irgendwann reicht's und mit dem Berufsverkehr und den engen Straßen, ich springe raus und tausche ein paar Euro. Als wir endlich einen Parkplatz finden, ist es kurz vor sechs. Ab 18Uhr ist das Parken frei. Wir spazieren zur Karlsbrücke und durch ein paar kleine Gassen, sehen über den Fluss zum Hradschin, bemerken dann aber, dass wir noch ein Nachtlager suchen müssen.

Wir verlassen die Hautstadt und fahren nach Slapy, einfach nur weil der Name so lustig klang. Dort gibt es dann erstmal ein deftiges tschechisches Abendbrot. 1Kg Rippchen in Bier-Honig-Marinade für Nico und mich. Zuvor natürlich eine Knoblauchsuppe. Davon hat sich Michael auch noch eine nach bestellt – entweder weil er sie lecker fand, oder weil er an den nächsten Tag mit uns im Auto gedacht hat. Danach sind wir zu satt und faul für Experimente und fahren zu nem hübschen kleinen Campingplatz am See gleich in der Nähe.

 

Mittlerweile haben wir mehr oder weniger beschlossen, Norditalien anzupeilen, wo Luca und Francesca (ebenfalls Calvert Hills) wohnen. Dabei wollen wir aber noch ein bisschen Südosteuropa mitnehmen.
Auf dem Weg Richtung Süden liegt Budweis. Nun haben wir noch Kronen übrig und noch keinen Gulasch gegessen. Der Mittasstopp ist also klar. In einer alten Budweiser Gaststube wird nicht lang gefackelt, Nico hat ein Bierchen seine Portion Gulasch mit Knödeln auf dem Tisch stehen, noch bevor Michael und ich uns für Orangensaft entscheiden können. Bei mir gibt’s dazu fantastische Speckknödel mit Sauerkraut. Nach einem Spaziergang über einen der größten mittelalterlichen Marktplätze Europas geht es Richtung Österreich.

30.7.2014 - Oberlausitz, Zittauer Gebirge & Gierschdurfer Schiss'n

 

Bevor unsere Tour ins Ungewissen richtig ins Rollen kommt, gibt’s noch ein Heimspiel für mich in Form einer kleine Oberlausitz-Rundfahrt mit zwei Klettersteigen für Nico und Michael (ich muss bei Oma und Opa warten, da wir nur zwei Klettergurte haben).

Los geht’s am Spreeborn in Neugersdorf. Die kleine Kapelle dort wurde übrigens bereits 34 Jahre vor der „Entdeckung“ Australiens durch Cpt. Cook errichtet.
Weiter zur Birkmühle in Oderwitz, die in der Haupt-Urlaubszeit geschlossen war. Und dann ins Gebirge; Kelchsteine, Klettersteig Alpiner Grad, Oybin, dann weiter nach Jonsdorf zur Gondelfahrt und hoch zum Nonnenfelsen. Auch hier hat die Gaststätte geschlossen (allerdings nur mittwochs). Runter durch die Zigeunerstuben und dann uff zum Gierschdurfer Schiss'n.
Ich war ewig nicht mehr auf'm Schiss'n. Die Jungs sind überrascht, wie groß der Rummel in Neugersdorf ist. Es wird ein super Abend mit Geisterbahn, Riesenrad, 1/2m Bratwurst für die Jungs, Zuckerwatte für Nico und: Strongbow Cider! Letzteres ist zwar weniger traditionell aber eine um so größere Freude vor allem für Michael und mich, die wir kein Bier trinken. Am Ende gab es natürlich das große Feuerwerk als krönenden Abschluss unseres Oberlausitz-Aufenthalts.

 

28.7.2014 – Start ab Dresden

 

On the road again – Nachdem wir das letzte Mal mit Michael die Canning Stock Route durch die Wüsten Australiens gerumpelt sind, wird unsere nächste Tour wahrscheinlich weniger abenteuerlich, aber trotzdem aufregend. Wir treffen Michael und Tobi (wir alle kennen uns übrigens aus Calvert Hills) am Montag in Dresden und wollen dann irgendwie nen kleinen Roadtrip durch Europa machen, mehr steht noch nicht fest.

 

Treffpunkt Semperoper Montag Mittag ist also der Startschuss für unseren Trip. Michael ist bereits seit zwei Wochen in Europa, war in den Schweitzer Alpen, auf Sardinien fischen und mit Tobi in und ums Erzgebirte unterwegs. Auch Tobi haben wir lange nicht gesehen. Meine Tourguide-Infos über die Dresdner Altstadt sind erstmal nicht allzu gefragt. Es wird mehr über die vergangenen Tage und über Autos geschnattert, als über Raffaels sixtinische Madonna. Dennoch genießen wir die Atmosphäre zwischen Zwinger, Fürstenzug, Frauenkirche und Brühl'schen Terrassen und bei einer Elberundfahrt.

 

Am Abend gibt’s ein Grill-Inferno (insider) bei Tobi und noch mehr Gespräche über Autos. Und am nächsten Tag einen gemütlichen Scenic-Drive durchs Erzgebirge und die Sächsische Schweiz in die Oberlausitz.